9. April 2015

Gefüllte Auberginen


Gestern gab's was auf die Ohren: Blogger und Kochbuchautor Stevan Paul hat bei Radio Bremen YEMEK vorgestellt. Und es hat ihm gefallen. Sehr sogar. Und das freut mich, Lisa und Veronika natürlich unglaublich! Im Beitrag schwärmt er von seinem türkischen Lieblingsessen: imam bayıldı, gefüllten Auberginen. Unsere Zutaten-Seiten (auf denen wir interessante Fakten über typisch türkische Lebensmittel verraten) sind im Kochbuch die einzigen Seiten, auf denen es kein Foto zum Gericht gibt. Darum hole ich das hiermit nach und zeige euch wie lecker die Auberginen gefüllt aussehen. Und das Rezept gibt's natürlich dazu...



Das Rezept findet ihr hier zum Ausdrucken. 

5. März 2015

Görüşürüz, Istanbul! Wir sehen uns.


Nach drei Jahren in Istanbul packe ich nun die Koffer. Mein Herz ist schwer und das obwohl ich mich auch auf Deutschland, also besonders Köln, freue: Aufs Fahrrad fahren, auf Vollkornbrot, Rhabarber, Kölsch-Abende, Verkehrsregeln, Gemächlichkeit, Theater, Waldluft, trinkbares Leitungswasser, Kaffeeklatsch, Frühlingsgrün, den Dom und natürlich all die tollen Leute. Darauf freue ich mich sogar sehr. Aber: Istanbul wird mir richtig fehlen. Eine Freundin schrieb mir vor ein paar Tagen, dass die Stadt nach einer Woche zurück in Köln immer noch in ihr nachhallt. Ich weiß nur zu gut, was sie meint, denn in mir dröhnt Istanbul. 

Diese irrsinnig riesige Stadt (von der ich nur gefühlte 10% gesehen habe) hat sich mit all ihrer derben Lebhaftigkeit tief in mich eingegraben und meine Sinne beschlagnahmt: Ich habe das dumpfe, lange Tuten der Schiffsriesen im Ohr, den Ruf des Muezzins, das Kreischen der Möwen und das nervige Gehupe der Taxifahrer. Das gewöhnungsbedürftige Potpourri aus gegrilltem Dönerfleisch, Abgasen und frischer Meeresbrise ist meiner Nase wohlige Heimat geworden. Den einzigartigen Blick von der Bosporus-Fähre auf die hügelige Skyline aus Moscheen, Brücken und Wolkenkratzern im zartrosa Abendlicht getaucht, habe ich als unfassbar kitschiges Echt-Panorama inklusive Gänsehaut abgespeichert. „Man weiß hier ja gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll“, hat mir vor kurzem ein Freund gesagt und ich hab nur genickt. So ist es. So voll. So gut. Und um alles aufsaugen zu können, trinkt man wahrscheinlich auch mehr çay als einem guttut.  


Nicht nur die wundervolle Aussicht (manzara) und der starke Schwarztee in den filigranen Tulpengläsern wird mir fehlen, auch die vielen praktischen Dinge wie einfach ins taksi hüpfen (bezahlbar!), an jeder Ecke mal eben fantastisches streetfood snacken, Pritschenwagen (oder auch mal Pferdekutschen) voller Tomaten und Wassermelonen, die direkt vor der Haustür zum Verkauf anhalten, unser sepet (ein Körbchen mit sehr langer Schnur, das für alles Mögliche z.B. frische simits am Morgen, runter und wieder rauf gelassen wird, damit man die Stockwerke nicht laufen muss), die Regenschirmverkäufer, die auftauchen sobald es tröpfelt und einen şemsiye für 5 Lira verkaufen. Die Liste ließe sich unendlich fortführen (und würde hier leider den Rahmen sprengen)...

Allen voran wird mir natürlich das Essen fehlen und vielleicht habe ich auch nur aus diesem Grund das Kochbuch gemacht, um Istanbul in all seinen Facetten auch fernab des Bosporus zumindest ein wenig schmecken zu können. YEMEK ist also nicht nur ein Koch-, sondern auch ein Sehnsuchtsbuch nach einem der schönsten und aufregendsten Orte, die ich kenne. 


Hier kommt für euch eine total unvollständige, subjektive, kleine Link-Sammlung (mit Tipps, die ihr nicht im Buch findet), wenn es euch einmal nach Istanbul verschlägt: 

> Unterkunft 
Günstig, gut, sehr zentral: bunk 
Schick, teuer und mittendrin: Adahan
Sündhaft und toll, aber etwas außerhalb: Sumahan

> Frühstück
Türkisches Frühstück deluxe: Privato
Perfekte Brunch-Adresse: Cuma
Stylisch Frühstücken mit Blick in Ortaköy: The House Cafe

> Mittagessen
Fantastische, moderne türkische Küche: Kantin
Nach dem Museumsbesuch: müzde changa
Stärkung vor dem Bazar-Besuch: Nar Lokantasi

> Cafés
Bestes Baklava der Stadt: Güllüoglu
Eines von vielen netten Cafés in Cihangir: journey
Meinl-Kaffee & Käsekuchen im angesagten Karaköy: Karabatak

> Dinner
Vollkorn-Pide und mehr: Datli Maya
Ein Erlebnis: neolokal
Perfekte mezeSehir Meyhanesi

> Drinks
Gemütlicher Weinkeller: Sensus
Hotel-Bar mit grandiosem Ausblick: City Lights Bar 
Nette, unprätentiöse Dachterrasse: Londra

> Hamam
Nicht ganz billig, aber großartig: Kilic Ali Pasa Hamami

> Ausflug: Prinzeninsel Büyükada
Unterkunft mit Hippie-Flair: Naya
Direkt daneben, tolles Café: Sinek

> Sonst so
Zur Einstimmung: notonlyistanbul
Kulinarische Reiseführer: culinarybackstreets
Mit Kindern: hotelmomcierge

Ich hoffe, die Stadt verführt euch so, wie sie mich verführt hat. Istanbul wird mich in jedem Fall so schnell nicht loslassen. Und ich sie auch nicht. 



Fotos: Frederic Lezmi

20. Februar 2015

YEMEK > Vorschau

Bald erscheint unser Istanbul-Kochbuch YEMEK. Juhei! Noch etwas mehr als zwei Wochen, dann ist es am 09. März im Handel. Ich bin schon ganz zappelig. Zeit endlich ein paar mehr Seiten zu zeigen und euch Lust aufs Buch zu machen.

Hier seht ihr zwei der hübschen Trennerseiten zu den einzelnen Kapiteln, die Lisa so wundervoll gestaltet hat. YEMEK ist nämlich nach Tageszeiten gegliedert. Fängt also morgens an und endet mitten in der Nacht. Entsprechend reichen die Rezepte von Frühstücksideen über Mittagsimbisse bis hin zu Mitternachtssnacks. 



Neben den eigentlichen Rezepten findet ihr im Buch auch Doppelseiten mit lauter tollen und bei uns eher unbekannten Köstlichkeiten. Hier erklären wir anhand von Fotos was was ist. Besonders gerne mag ich die Süßigkeiten-Seite und die mit den verschiedenen Fischsorten. 



Hinter der Rubrik "Typisch türkisch" verbergen sich kleine Geschichten rund um eine Spezialität. Etwa Pudding, den die meisten Türken sehr lieben und den es nicht nur in Istanbul in vielen leckeren Varianten gibt. 



Auch einzelne, sehr türkische Zutaten stellen wir genauer vor. Zum Yufka-Teig haben wir interessante Fakten und ein leckeres Rezept (Börekschnecken mit Käse, Kartoffeln und Kräutern) zusammengetragen. Es gibt zum Beispiel den charmanten Ausdruck yufka yürkeli, direkt übersetzt heißt das ein Yufka-Herz haben und meint, dass jemand besonders feinfühlig ist. Schön, nicht? 




Auf 160 Seiten verraten wir euch mehr als nur ein paar Lieblingsrezepte und hoffen, euch Lust auf türkisches Essen jenseits des Döners zu machen. 

Ach ja, und ein paar Lieblingsorte verraten wir natürlich auch noch. Zum Beispiel: Der Fischbrötchen-Stand direkt am Goldenen Horn unterhalb der Galata-Brücke. Grandioser Ausblick und einer der besten Snacks der Stadt. Oder Tee trinken und Simit (Sesamkringel) essen auf der Fähre, immer wieder toll!    



Wer das Kochbuch gerne kaufen will, kann das hier tun.

14. Februar 2015

Türkische Nusspizza aka lahmacun


Heute gibt es eines meiner liebsten Rezepte aus dem Kochbuch für euch: Nusspizza!  

Lahmacun, die türkische Version von Pizza, spricht man richtig "lachmadschun" aus. Für Co-Autorin Lisa war es als Kind lange der leckere Snack mit dem tollen Namen "Lach-mal-Jim". Normalerweise ist lahmacun natürlich mit Hackfleisch. Unsere Version mit lecker Walnüssen ist aber ne 1A-Veggie-Version. Probiert's mal aus. 


Hier der Link für den Rezept-Ausdruck.

7. Februar 2015

lecker lezmi auf Instagram



Ich weiß, ich bin spät, aber dafür umso mehr dabei: Instagram ist mein neuer Lieblingszeitvertreib und in meinen letzten Wochen in Istanbul (seufz!) versuche ich noch so viel wie möglich von der Stadt festzuhalten. Kommt doch mit und folgt mir... Ich freu mich auf euch! 

22. Januar 2015

Rote Bete mit Joghurt


Heute gibt es ein Rezept für euch, das es nicht ins Kochbuch geschafft hat. Das liegt natürlich auf keinen Fall daran, dass es nicht schmeckt! Wir haben es nicht mit aufgenommen, weil es zu einfach ist. Hört sich jetzt blöd an, ich weiß, aber das Rezept geht in der Tat schlicht weg so: 

Rote Bete kochen und in Scheiben schneiden (oder vakuumierte nehmen), etwas Joghurt (3,5 % Fett) darüber geben. Mit frischem Dill garnieren, ein paar Spritzer Olivenöl darauf geben. Pfeffern, salzen. Fertig. 

Da wir zu jedem Rezept ein ganzseitiges Foto haben und entsprechend auch eine ganze Seite Platz für die Rezept-Beschreibung da ist, war hier einfach der Text zu kurz. Das hübsche Foto mag ich euch aber nicht vorenthalten. 

Alle weiteren meze (türkische Vorspeisen), die ihr auf dem Bild oben seht, haben es aber ins Kochbuch geschafft, schmecken köstlich und sind trotz etwas längerem Rezepttext supereinfach zuzubereiten. Versprochen! 

15. Januar 2015

Beikost: Von Startschwierigkeiten und Teilerfolgen



Dem Baby essen beibringen. Wow, dachte ich, das wird toll! Und ich sah meinen Zwerg vor meinem inneren Auge schon fröhlich futtern. Mit fast einem Jahr schiebt Zoé sich jetzt auch begeistert eine Nudel nach der anderen rein und hüpft vor Aufregung, wenn ich eine Avocado schäle. Auch beim Anblick von Frischkäse hält es sie kaum noch auf dem Hochstuhl. Bis hierhin war es aber ein echtes Stück Arbeit. Und ich muss sagen, das habe ich mir echt einfacher vorgestellt. 

Wir haben auf Empfehlung unserer Kinderärztin recht früh mit dem Essen gestartet (Anfang 5. Monat). Und es passierte: nix. Null Interesse. Ich meine, es war Karottenbrei, selbst gekocht. Dann bin ich nach einer Weile auf Gläschen umgeschwenkt, weil ich dachte, vielleicht schmeckt ihr das besser. Aber auch das pürierte Hipp-Möhrchen (hier gibt es kein Alnatura oder ähnliches) ließ sie kalt. Ich probierte es immer und immer wieder. Zweifelte dann an meiner Löffeltechnik (Tue ich da zu viel / zu wenig drauf? Stecke ich ihn nicht tief genug rein oder irgendwie falsch?). Dann entdeckte ich das "Breifrei" Buch von Loretta Stern, verschlang es an zwei Abenden. Und war danach überzeugt: Breifrei ist unser Weg! 

Ich pürierte also keine Möhren mehr sondern schnitt diverses Gemüse in Pommesform und dünstete es. 98% landeten auf dem Boden, wochenlang. Das war gelinde gesagt etwas zermürbend. Denn danach hieß es aufräumen, spülen, Hochstuhl putzen, Baby putzen und dann... eine Milch machen, denn sie hatte ja schließlich nichts gegessen. Oder doch? Ist ein 6 Monate altes Baby von einem kleinen Brokkoli-Röschen und einem Stück Vollkornbrot satt? Und wenn ja, wie lange? Baby-Food wurde zum alles beherrschenden Thema, ständig kreisten meine Gedanken darum, wann die nächste "Mahlzeit" fällig war, ob es ihr denn schmecken würde oder ob ich nicht doch lieber gleich ein Fläschchen machen sollte. Oder doch noch mal Brei versuchen? Oder Süßkartoffeln statt Kartoffeln? Aber was wenn sie allergisch ist? Soll man nicht immer eine Gemüsesorte nach der anderen geben? Wegen möglichen Allergien? Ich war ziemlich durch den Wind. Und Zoé auch. Die war nämlich voll damit beschäftigt ihre Zähne zu bekommen und krabbeln zu lernen. Mit beidem war sie echt früh dran und hatte entsprechend gar kein Interesse noch gleichzeitig so was wie essen bzw. löffeln zu lernen. Das weiß ich heute, damals hatte ich keine Ahnung, dass Babies noch nicht so multitasking drauf sind.




Meine Rettung war eine Freundin, die mir das Buch "Lotta lernt essen" empfahl. Und obwohl es ein "strenges" Buch war im Sinne eines exakten Breifahrplanes, fand ich es unglaublich hilfreich. Es gab eine Löffel-Empfehlung (Dr. Boehm!), Abbildungen, wie man den Löffel "einführt", Beschreibungen möglicher Szenarien, warum das Baby nicht essen möchte. Und ganz wichtig: Hilfe wie und wann man genau eine Milchmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzt. Ich war erleichtert und hielt ich mich gerne an die Vorgaben von Edith Gätjens charmantem Buch. Es klappte. Langsam, ganz langsam zwar und auch mit "Rückschlägen" (weiteres Zahnen führte zeitweise zum völligen Beikost-Stillstand), aber Zoé aß Brei! Mann, war ich stolz! 

Was genau bei little miss lecker lezmi an Brei und dann auch fingerfood gut ankam, könnt ihr hier lesen. Die Liste werde ich ständig ergänzen, einfach auch für mich als Erinnerung. 



Hier noch meine Kaufempfehlungen (keine affiliate-Links!), wenn's mit dem babyfood losgeht: Löffel von Dr. Boehm, Plastiktischdecke (z.B. vom ok-Versand), Siebeinsatz für den Kochtopf zum Gemüse dünsten und für unterwegs eine Warmhaltebox (ich finde die gut, ein Kaffeebecher etwa von Starbucks tut's aber auch). Und sobald es mehr als Brei gibt, finde ich diese Lätzchen mit Ärmel sehr praktisch, dann kann man sogar mal einen Pullover auch noch am nächsten Tag anziehen. 

Sagt, wie war das bei euch? Was mögen eure Kleinen gerne? Oder gar nicht? Zoé spuckt Banane ja nach wie vor aus. Und ich dachte das mögen alle Babies, aber da kommt sie wohl ganz nach der Frau Mama (ich kann Banane nicht ausstehen!).