16. Juni 2013

Istanbul mit Bourdain



Türkisches Towabohu. Istanbul ist leider weiter im Ausnahmezustand. Momentan vereinnahmt mich die Situation sehr: Man versucht sich permanent ein Bild über die neusten Geschehnisse zu machen, checkt ohne Unterlass Twitter, Facebook und internationale Medien und versucht das mit dem Erlebten von Freunden zusammen zu bringen. Trotzdem ist man am Ende verwirrter als vorher. Die Ereignisse überschlagen sich und zumindest ich kann das alles gar nicht fassen, was hier vor sich geht. In dieser wunderschönen Stadt, die uns so herzlich aufgenommen hat und an die wir so schnell unser Herz verloren haben. Als kleines Kontrastprogramm zu den schrecklichen News möchte ich mit euch die Istanbul-Folge "No Reservations" mit Anthony Bourdain teilen. Vielleicht versteht ihr dann, warum ich an dieser Stadt so hänge. Ich hoffe, dass sich hier alles zum Guten wendet und ich euch bald mehr über mein schon lange geplantes kulinarisches Istanbul-Projekt erzählen kann. 

6. Juni 2013

Ingwer-Mohn-Kekse



Lecker Widerstand. Die letzten Tage gab es hier einen starken Cocktail aus Angst und Wut. Wie viele von euch wissen, lebe ich seit eineinhalb Jahren in Istanbul. Und wie ihr vielleicht verfolgt habt, ist die Situation hier und auch in der ganzen Türkei gerade nicht ganz einfach. Ich mag da jetzt gar nicht im Detail drauf eingehen, das würde zu weit führen... Aber wer möchte, kann in den Kommentaren Fragen stellen, die ich dann gerne beantworte. 

Jedenfalls wohne ich fünf Laufminuten vom Taksim-Platz entfernt und bin derzeit mitten im Geschehen. Der Gezi-Park ist momentan fest in der Hand der Protestler und allabendlich strömen Tausende Menschen dorthin, um friedlich gegen Erdogans repressiven Führungsstil zu protestieren. Das Ganze hat tatsächlich Festival-Charakter - und kulinarisch gibt es die gesamte türkische Streetfood-Bandbreite zu kosten: Von frisch geröstetem, salzigem Popcorn über Fisch- oder Köfte-Sandwiches bis hin zu Maiskolben, Zuckerwatte, Gözleme und mit Reis gefüllten Muscheln ist einfach alles zu finden. Mein Lieblingssnack: die riesigen Wassermelonen-Stücke und die kleinen Gurken, frisch geschält und gesalzen sind sie die perfekte Sommererfrischung. 


Normalerweise brauchen die Strassenverkäufer eine Lizenz, da sich aber um die Gegend des Taksim-Platzes seit Tagen kein Polizist mehr hingetraut hat, schert das auch keinen. Und die Leute freuen sich und futtern sich neben Zelten und Kundgebungen fröhlich durch den Park - vorbei an Ständen mit Türkei-Flaggen, Anonymous-Masken und Taucherbrillen (gegen das Tränengas). Und wer nicht mag, muss auch kein Geld ausgeben, um satt zu werden, denn im Park gibt es auch kleine provisorische Häuschen, in denen Essensspenden von Supermärkten und Bäckereien gesammelt werden. Wirklich rührend ist, dass auch die Anwohner selbst kochen und backen was das Zeug hält und die Leckereien vor Ort verteilen. Da wollte ich natürlich mitmachen. Gestern nachmittag habe ich mich dann an eine Riesenportion Keks-Teig gemacht und fleissig ausgestochen und auch beschriftet. Tatlı çapulcu steht jetzt auf den Ingwer-Mohn-Keksen. Tatlı heisst süß und çapulcu direkt übersetzt heisst Plünderer. So nannte Erdogan nämlich die Demonstranten anfangs. Daraus ist dann eine neue englische Wortschöpfung entstanden, nämlich to capull, das so viel heisst wie für Gerechtigkeit kämpfen - mehr darüber könnt ihr hier erfahren. 


Und hier kommt das Rezept für die revolution cookies. Ich habe die zu Weihnachten schon mal gebacken, finde aber, dass die sich auch zur warmen Jahreszeit gut machen. Im Park wurden sie mir jedenfalls aus den Händen gerissen. 

Für ca. 30 Stück:

> 2 TL fein gehackten, frischen Ingwer
> 1 TL Ingwerpulver (alternativ mehr frischen Ingwer)
> 1 TL Mohn
> 75 g weiche Butter
> 125 g Zucker
> Mark einer Vanilleschote
> 1 Ei
> 2 EL Milch
> 275 g Mehl

1 Vereinigung. Butter, Zucker, Vanillemark, Mohn, Ei, Milch und Ingwer(pulver) gut vermischen. Dann das Mehl unterkneten.

2 Formsache. Den Ofen auf 175 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und Formen ausstechen. 

3 Hitzezufuhr. Dann auf ein Blech mit Backpapier legen und bei 175 Grad 10-15 Minuten backen. Sobald sie eine ganz leichte Bräunung haben, rausnehmen. 

Rezeptquelle: Küchengötter (leicht abgewandelt)
Dauer: etwa eine Stunde



25. Mai 2013

Liebling der Saison: Grüner Spargel

Saison-Countdown. Ich mag meinen ja am liebsten Grün und mit Mamas Ei-Schnittlauch-Vinaigrette. Auf den letzten Metern der aktuellen Spargel-Saison darf es aber auch mal was anderes sein, etwa eines von diesen leckeren Food-Blog-Rezepten. Ganz vorne mit dabei die Butter-Soja-Sauce von Lottie & Doof. Ob die wohl so gut schmeckt wie sie klingt? 

Spargel mit Feta, Avocado & Vanille von Paules
Spargel mit Mascarpone & Parmesan von OhhhMhhh
Asparagus Risotto verde von family style food
Asparagus with Butter & Soy von Lottie + Doof
Rumpsteak & Spargel im Wok von new kitch on the blog
Absurdley Addictive Asparagus von Food52
Shaved Asparagus Pizza von Smitten Kitchen

Spargelsalat von Katharina kocht

17. Mai 2013

Sauce Hollandaise selber machen


Schlau geschaut. Das Magazin "Essen und Trinken" bietet online ein paar schöne Kochschul-Videos. Aus aktuellem Anlass gibt's heute für euch den Link zur selbst gemachten Sauce Hollandaise. Ich hab's noch nicht ausprobiert, ich kämpfe da noch mit einem Klümpchen-Trauma, das mich schon seit längerem verfolgt. Könnte mir aber vorstellen, das ich es schaffe mit diesesm Video darüber weg zu kommen. 

Die Tage folgen hier gesammelte Saison-Rezepte aus der Blogosphäre zu leckeren Spargel-Versionen ganz ohne Hollandaise... Falls jemand einen Tipp zu einem ultimativen Rezept hat, immer her damit!

10. Mai 2013

Zitroniger Polenta-Himbeer-Kuchen




Der Mais macht‘s. Wer wie ich gerne Polenta mag, wird auch diesen einfachen Kuchen mögen. Die Füllung könnt ihr natürlich variieren: Erdbeermarmelade oder frische Sahne kann ich mir auch sehr gut vorstellen. 

Für eine normal grosse Kranzform braucht ihr:

> 250 g Polenta
> 175 g Mehl 
> 1 1/2 TL Backpulver
> 1 TL Salz
> 250 g Zucker
> 2 Eier 
> 2 Eiweiße
> 60 ml Olivenöl
> 2 TL weiche Butter
> 125 ml fetten Joghurt 
> abgeriebene Schale von einer Zitrone
> Saft einer halben Zitrone
> 3 TL Mohn
> 1/2 Packung TK-Himbeeren

1 Alles Trockene zusammen. Polenta, Mehl, Salz und Backpulver mischen. 

2 Alles Feuchte zusammen. Eier, Eiweiße und Zucker in einer anderen Schüssel cremig schlagen. Öl, Joghurt, Butter, Mohn, Zitronensaft- und -schale dazugeben. 

3 Alles zusammen. Die Mehlmischung mit den flüssigen Zutaten vermischen. Den Teig in die gefettet Backform geben.  

4 In den Ofen. Bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze) für 35-40 Minuten backen. 

5 Fertig. Abkühlen lassen, horizontal durchschneiden, mit den aufgetauten Himbeeren füllen und den Deckel wieder drauf setzen. 

Rezeptquelle: Family Style Food Blog (leicht abgewandelt). 
Dauer: 30 Min. aktiv, 30 Min. passiv.



2. Mai 2013

Erdbeer-Clafoutis


Mmmhh, Erdbärlein. Sagt meine kleine Nichte immer, wenn die roten Früchtchen verlockend vor ihr auf dem Teller liegen. Diesen Erdbeer-Clafoutis habe ich ihr noch nicht gemacht, wird ihr aber bestimmt so gut schmecken wie der Tante selbst. Ich überlege nur, wie ich ihr den verkaufe: Ofeneierkuchen, Erdbeer-Auflauf? Der Name müsste auf jeden Fall so einfach sein, wie das Rezept... 

Für eine kleine Kuchenform: 
> 8 schön reife Erdbeeren
> 1 TL (brauner) Zucker
> Extra: 2 TL gehackte Nüsse (Haselnüsse, Pistazien oder Mandelblättchen)

Für den Teig
> 3 EL Mehl
> 2 Eier
> 3 EL Zucker
> 150 ml Milch
> 1/2 TL Vanillezucker

1 Mischen. Alle Teigzutaten mischen und zur Seite stellen. 

2 Schnibbeln. Erdbeeren waschen und in Scheiben schneiden. 

3 Heizen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. 

4 Auslegen. Eine kleine, runde Kuchenform (Durchmesser ca. 18 cm) mit etwas Butter einfetten und mit dem einen Teelöffel Zucker ausstreuen. Wer mag, gibt jetzt noch die Nüsse dazu. Den Boden mit den Erdbeerscheiben auslegen. 

5 Giessen. Dann den Teig in die Form giessen, das Ganze für ca. 20-30 Minuten backen.

Am besten warm geniessen und vorher etwas Puderzucker drüber geben. 

Rezept-Inspiration: Jamie Oliver - da war es natürlich der Klassiker mit Kirschen.
Dauer: ne fixe halbe Stunde. 


26. April 2013

Eier pochieren


Eierkunde. Es gibt ja so Dinge, die man nie macht. Weil man sich irgendwann mal eingeredet hat, dass man die eh nicht hinbekommt. Unter dieses Kapitel fällt bei mir das Pochieren von Eiern. Aber nach diesem Video von Saveur gibt's bei mir nun am Wochenende diese schicke Ei-Variante - auf Toast und mit extra Petersilie. Mmhh.